Analogien, Subsistenztechnologien und (nicht)-mo¬ra¬lische allmächtige Schöpfergötter in vorindustriellen Geselschaften

Nienke Moor (Corresponding Author), Wout Ultee, Ariana Need

Research output: Contribution to journalArticleAcademicpeer-review

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Abstract

Zusammenfassung: In diesem Artikel werden Erklärungen für den Zusammenhang zwischen den Merkmalen von Gesellschaften und den darin Anklang findenden Gottesvorstellungen skizziert und überprüft. Wir erweitern Lenskis Frage über den Glauben an einen einzigen Gott, der erst die Welt erschaffen hat und nun Einfluss ausübt, indem er das Gute belohnt und das Böse bestraft, und zwar dadurch, dass wir auch die Frage nach einem nicht-moralischen allmächtigen Schöpfergott stellen. Wir erweitern Lenskis ökologischen Evolutionismus mit Topitschs Mikrohypothese, nach der Menschen das Unbekannte in Analogien mit dem Bekannten zu begreifen versuchen und
dass dieses Bekannte für Menschen aus vitalen Prozessen, sozialen Verhältnissen und technischen Fertigkeiten bestehen kann. Wir entwickeln eine neue Hypothese, die Lenskis Subsistenztechnologie-Niveaus mit Denkmodellen verbindet. Wir induzieren Fortschritte, indem wir eine frühere Untersuchung zur Überprüfung von Hypothesen über Kennzeichen des Zusammenlebens und
Gottesvorstellungen durch eine multivariate Analyse der Daten aus Murdocks Standard CrossCultural Sample erweitern. Unser Ergebnis ist, dass der Glaube an einen nicht-moralischen Schöpfergott in fortgeschrittenen hortikulturellen Gesellschaften und der Glaube an einen moralischen Schöpfergott in Ackerbau- und Viehwirtschaftsgesellschaften überwiegt. Das Bindeglied zwischen
Subsistenztechnologie und Gottesvorstellungen besteht größtenteils aus politischen und ökonomischen Gesellschafsmerkmalen.
Original languageGerman
Pages (from-to)383-409
JournalKölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie
Volume59
Issue number3
Publication statusPublished - 2007

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